Logbucheintrag #3

Berlin, Wedding, in einer Apotheke, 28.02.2012

Kurz vor Ladenschluss
Beim betreten des Ladens drücke ich auf Stop, damit ich kommunizieren kann. Vor der Apothekerin steht ein junges Mädchen auf der anderen Seite des Tresens, blass, minderjährig, schüchtern. Der Blick des Mädchens ist an den Hustenbonbons fest gemacht, kommt nicht davon ab. Neben dem Mädchen, der Vater, kaum größer, blasser mit aderigem Rotstich im Gesicht. Die Apothekerin etwas unsicher, ein Vaterschaftstest, sie weiß nicht ob sie das haben,
“da muss ich mal im Computer nachsehen, ob wir das vom Großhandel bekommen.”
Das Mädchen darauf zu den Emeukal-Bonbons:
“Wollte nur wissen, ob es sowas gibt und wieviel das kostet.”
Die Apothekerin sieht nach, sieht hoch,
“für wie viele Personen, zwei?”
Der Vater sieht seine Tochter an,
“Vier, oder?”

Ich kaufe Waschlotion mit 5% Urea-Anteil und drücke wieder auf Play, Smashing Pumpkins, Siamese Dreams. Es läuft Silverfuck, dafür kann ich nichts, Zufall.