Übel, übel,…

… sprach der Dübel und verschwand in der Wand. 

Was ich heute getan habe: 
Ich habe neun Löcher in die Wände des Badezimmers gebohrt, 
von denen 4 an der falschen Stelle waren. 
Dabei hab ich einen Schlafanzug getragen. 

Bei sechs der neun Löcher habe ich den falschen Bohrer verwendet, was ich erst gemerkt habe, als mir heiße Metallsplitter auf den Arm gesegelt sind. Nachdem ich die Löcher, zumindest die fünf die nötig waren, an der richtigen Stelle gebohrt hatte, habe ich die Dübel eingesetzt. Die Dübel habe ich gestern extra für diesen Zweck gekauft. Es handelte sich um sogenannte Universaldübel, die sowohl in einer massiven Steinwand halten, aber auch als Hohlwanddübel verwendet werden können. Beides habe ich gebraucht, denn von den fünf Löchern waren zwei in einer Steinwand, zumindest dachte ich das und drei in einer Rehgipsplatte. Allerdings hatte die Rehgipsplatte eine kleine Überraschung parat, nämlich eine etwa ein Millimeter dicke Metallschiene zur Stabilisierung der Decke (hier hatte ich den falschen Bohrer). Außerdem hat sich eins der Steinwandlöcher ebenfalls als Hohlwandloch entpuppt. Anscheinend wurde das Bad unserer neuen Wohnung auf eine sehr skurrile Art renoviert. Anstatt das alte Bad zu entfernen, Fliesen etc. rausreißen usw. wurden einfach Rehgipsplatten mit einem bestimmten Abstand davor gesetzt, also ein neues Bad ins alte Bad eingebaut. Das erklärt zum einen, warum das Bad so klein ist und zum anderen, warum man, wenn man das kleine Türchen zum ablesen der Wasseruhr öffnet, hinten an der zutage tretenden Wand andere Fliesen sieht. Wie auch immer, 
die Dübel,
die Hohlwanddübel,
die Dübel aus der Hölle:

Sie funktionieren nicht, sie sind eine Fehlkonstruktion. 
Oder vielleicht bin ich die Fehlkonstruktion. Kann sein, aber darüber will ich jetzt nicht nachdenken. 

Jedenfalls haben sie sich beim Versuch des Eindrehens der mit den Dübeln gelieferten Schrauben gleichmütig mit den Schrauben mitgedreht. Was a) verhindert hat, dass man die Dübel festdrehen konnte, sprich sich die Hohlwanddübelpatentlösung des Spreizens nicht entfalten konnte und b) es unmöglich gemacht hat, die Schraube wieder aus der Wand zu drehen. Das durchaus komische Ergebnis war, dass die Schrauben zwar locker waren wie in meinem Kopf, aber unmöglich aus der Wand zu entfernen. Eine „Loose Loose Situation“ sozusagen. 

Damit konnte ich mich nicht abfinden.
Wenn ich wenigstens Mist gebaut hätte, geschlampt oder mir einfach keine Mühe gegeben. Aber ich habe die Löcher ausgemessen, sie mit kleinen Bleistiftkreuzchen auf der Raufasertapete markiert. Ich habe mich erkundigt welche Dübel für welche Wände geeignet sind und die Löcher selbst habe ich mit einer, für meine Verhältnisse, ansprechenden Präzision gebohrt. Und trotzdem sah das Ergebnis aus, als hätte ich vorher die Flasche Wodka gelehrt, die mir ein Freund aus Russland mitgebracht hat. Die Arbeit sah aus wie 1a Pfusch. Also habe ich die nächste Stunde damit verbracht, Dübel aus der Decke zu reißen. Mit dem Ergebnis, dass nun drei Löcher zurückgeblieben sind, die den Eindruck erwecken, als hätten minikleine Zwerge Atombombentests in unserem Bad veranstaltet – natürlich über Kopf. 
Überkopfzwergenatombombentests, jaja. 
Genauso sieht es aus.

Was ich also heute getan habe: ich habe gebadet, nicht geduscht, denn der Duschvorhang ist noch nicht angebracht. Dabei habe ich mich zurückgelehnt und mit Unterstützung der Muskelentspannenden Öle im Badezusatz, sinnierend an und an drei Stellen in die Decke gesehen. Dabei ist mir aufgefallen,
das die Anordnung der drei Löcher, 
einem Blindenzeichen entspricht.
Nur in weiß schwarz, nicht in gelb schwarz.

Das Badewasser war zu heiß, mein Kopf rot und meine Muskeln entspannt. Zehn Minuten später und gar wie ein Hummer, bin ich aus der Wanne gestiegen, habe mich abgetrocknet, angezogen und innerhalb von 5 Minuten den Duschvorhang 1a angepfuscht. Ich dusche lieber, als ich bade.