Don’t be evil, be as we want you.

Wenn man sein eigenes Mantra nur oft genug wiederholt, dann wird es irgendwann wahr. Ein hoch auf Google, Apple und wem auch immer. Ganz einfach: “Think different, like we said.” Dieser Artikel wird von Tumblr auch an Facebook weitergeleitet, weil ich das so will.

Wie auf Zeit Online berichtet, sperrt Google Anzeigen von Vermittlungsagenturen, die älteren Frauen bei der Suche nach jungen Männern helfen, jeder Demi ihren Ashton. “Das sei nicht gut für die Familie.” Ist es nicht wunderbar, wie amerikanische Großfirmen unsere Moral beschützen? Das ist wahrscheinlich sogar doppelt gut, wenn man sich der Doppelmoral bewusst wird. Apple zensiert Nachrichten-Programme, wegen zuviel nackter Haut, Google erinnert Frauen eines bestimmten Alters daran, dass sie gefälligst ihren Kindern am College Cookies backen sollen, oder dafür beten, dass das Viagra des Ehemanns ihn nicht killt. Aber bitte nicht mit einem jungen Mann in die Kiste. Bitte nicht. Da fällt mir ein, ich hab schon lang nicht mehr nach …, aber es geht ja auch nicht um die Suchergebnisse, sondern um Anzeigen und da ist doch auch der springende Punkt.

Unternehmen sind immer so “evil” oder nicht, wie die, die es lenken. Einem Unternehmen geht es ja auch nicht primär darum böse oder nicht böse zu sein, es geht darum Gewinn zu machen. Wenn man zu lasten des Gewinns dann “evil” ist, auch nicht wild, wenn die PR-, oder Werbe-Agentur es wieder gerade biegt. Wenn Apple sein Konzept auf Ausschluss aufbaut, dann sollte der, dem das Missfällt, es nicht durch den Kauf oder die Nutzung unterstützen. 

In Fällen wie Google oder Facebook, wo es ja schließlich um das unerhebliche Gut Privatsphäre geht scheiden sich die Geister, kontroverse Ansichten werden ausgetauscht und die Regierenden, die manchmal wirken wie aus dem letzten Jahrhundert, reagieren grenzhysterisch. Entscheidend ist dabei doch, was gebe ich dem Unternehmen, was bekomme ich dafür. Die Dienste von Google und Facebook sind umsonst, dafür gebe ich dem Unternehmen meine Privatsphäre? Naja, eigentlich sind die Dienste ja umsonst, da Google und Facebook sich über Werbung finanzieren. Beides sind Unternehmen und sie wollen nicht nur Gewinn, sie wollen Gewinn maximieren. Also muss die Werbung mehr wert werden. Wie wird sie mehr wert? Indem das Unternehmen meine Privatsphäre verkauft. Und jetzt kommt die Frage, was nimmt sich das Unternehmen und was bekomme ich dafür? Werbung?

Wirtschaftlich betrachtet kann man es auch so sehen, wir verschleudern unser Gold für nüscht. Denn scheinbar ist unsere Privatsphäre doch so einiges wert. Ein Häckchen hier, eins da und schwupp machen andere Kohle mit damit.

Ein Nebenaspekt ist die Macht, die durch die Daten entsteht. Da ist der Claim von Google fast seherisch gewählt. Denn mit ihm, schafft man seit Jahren den Eindruck der Vertrauenswürdigkeit. Habt vertrauen in ein Unternehmen, das Geld verdienen will. Gute Idee, allerdings, wer würde sein Kind Nestle anvertrauen und wer die Erneuerung der Energiegewinnung weg von der Atomkraft Euratom?